Change – wie kann ich mein Verhalten ändern

Kurzbeschreibung

Oft fängt das Neue Jahr ähnlich an. Wir haben gute Vorsätze – und die ernste Absicht unser Verhalten in bestimmten Lebensbereichen- in der Regel zu verbessern. Mehr Sport, mehr lernen, bessere Work-Life-Balance, weniger Süßes, das Rauchen aufgeben…usw.
Und es gibt viele verschiedene Meinungen darüber, wie man sein Verhalten selbstbestimmt ändern kann. In diesem Beitrag möchte ich dir heute ein paar Tipps gegeben, wie du realistisch und erfolgreich deine Verhaltensgewohnheiten ändern kannst.

Das Paradox mit dem Wollen und nicht können

Die Aufschieberitis ist ein Phänomen unserer Natur. In gewisser Weise ein Paradox. Denn, jeder Mensch weiß im Grunde zu jedem Zeitpunkt ziemlich genau, was ihm guttut und was nicht. Die Frage hierbei ist also: Warum folgt er, der wollende Mensch, diesem inneren Aufruf nicht – bzw. warum handelt er entgegen seinem Gewiss-sein?

Die Antwort klingt ebenso simpel: Der menschliche Organismus ist nicht nur generell, sondern auch in seiner ganz eigenen Evolution auf Homöostase, den Ist-Zustand beizubehalten, eingerichtet.

Was heißt Homöostase?

Das „Auf die lange Bank schieben“ oder auch der banale Rückfall in eine alte Gewohnheit heißt nicht, dass jemand schwach ist oder keine Willenskraft besitzt. Denn wir kennen dieses Thema alle miteinander.

Und na klar, jetzt spreche ich auch die Superkonsequenten Immerallesrichtigmachenmüsser an. Und die etwas ängstlicher gestrickten Perfektionisten.

Nach dem Denkmodel: „Warum konnte ich der Schokolade schon wieder nicht widerstehen…warum hab ich denn schon wieder nicht die kesse Blonde angesprochen…, warum ziehe ich diese Ausbildung nicht endlich durch, sie würde mir nützen…warum, schaffe ich es nicht meine Social Media Postings regelmäßig zu platzieren…usw. und so fort…

Jeder von uns widersetzt sich immer wieder mal im Leben grundlegenden Veränderungen, ganz egal ob diese uns zum Guten oder zum Schlechten führen.

Denn unserem Körper – und unserem Geist – liegt die grundlegende Eigenschaft zu Grunde, innerhalb bestimmter Grenzen gleich bleiben zu wollen – oder eben in diesen Bereich zurückzukehren. Und im tiefen Grunde ist das auch gut so …

Unser Körpersystem läuft in einer vorgegebenen Balance ab – eine Ausgeglichenheit, die sogenannte Homöostase.

Zum Beispiel liegt unsere Körpertemperatur so um 36,8 Grad, und unser Blutzuckerspiegel sollte weder zu hoch noch zu tief sein. Und wenn sich diese Homöostase auch nur um ein paar Prozent verschieben würde, wäre dies für unser Wohlsein eine echte Katastrophe.

Die Homöostase ist für alle sich selbst regulierenden Systeme ganz typisch, egal ob Bakterie, Hund, Pinguin, Mensch bis hin zur Familie oder Unternehmen und ganzen Kulturen. Dies trifft auch für die Psyche zu, auf unser Verhalten und auf unsere Haltungen und Einstellungen den Dingen und unseren Vorhaben gegenüber.

Die Homöostase ist also ziemlich wichtig und stets up-to-Date mit unserer inneren Balance. Das Problem ist, dass es dieser „Lady Homöo“ ziemlich egal ist, ob alles beim Alten bleibt, auch dann, wenn es nicht gut für uns ist.

Ein Beispiel aus dem Sport

Wer in seinem Leben nie Sport getrieben, jetzt 30 kg Übergewicht hat und genau weiß, er sollte etwas ändern, und zwar schon seit Jahren, der könnte nämlich genau dann, wenn er endlich damit anfängt dies zu tun eine (scheinbar) furchtbare Erfahrung machen: Schwindelanfälle, Panik, Herzrasen und so weiter und sofort. Die gesamten inneren Alarmglocken könnten läuten!

Der innere Schweinehund grinst dann und sagt: So geht das nicht und blockiert unmittelbar das neue, diesmal wirklich gewollte Verhalten – es könnte ja ein Herzkasper drohen.

Und da die körpereigenen, evolutionären Glocken einfach mehr Dezibel in die Black Box bringen, als die kleinen zarten Glöckchen unserer Wünsche, sagt unser innerer Schweinehund mit harter Stimme: Nein! Aus! Lass das! Sport ist Mord!

Wichtig ist hier also die eine Frage: Wie kann ich mit „Lady Homöo“ umgehen? Wie mache ich dieser Grande Dame meine sehnliche Veränderung verständlich?

Tipps für erfolgreiche Verhaltensänderungen

Diesen Text verstehen

Es ist wichtig zu verstehen was hier mit Homöostase gemeint ist, also das, was uns quasi in einer „Erstarrung“ verharren läßt.

Bewusst-sein

Augen auf und Herz und Verstand öffnen.

Loslassen

Akzeptanz des Ist-Zustandes. Hier findest du drei Möglichkeiten um Loszulassen.

Erfolg erkennen

…oder die Frage beantworten „Woran erkenne ich meinen persönlichen Fortschritt / Erfolg?“

Viele Menschen machen sich kein konkretes Bild von ihrem Erfolg – sie haben keine realistischen Beispiele im Kopf. Frag dich also was die „Verbesserung deiner Situation“ tatsächlich bedeutet. Manche Menschen leben tatsächlich in einem „Nebel“ und irren orientierungslos umher. Suche dir also einfache und konkrete Beispiele, damit du dir vorstellen kannst, welches Verhalten einen „Erfolg“ für dich ausmacht. So löst du den Nebel in deinem Kopf auf und gewinnst schrittweise eine klare Vorstellung, wie der Weg zum Ziel aussieht.

Kleine Schritte sind der Anfang

Viele kleine Veränderungen führen zu großen Veränderungen. Das meint – einen langen Weg mit vielen kleinen Schritten beginnen. Kleine Verhaltensänderungen kosten weniger Überwindung und verändern in der Summe doch das ganze Verhaltensrepertoir.

Ansporn aus dem sozialen Umfeld nutzen

Suche dir Menschen, die dich in deinem Vorhaben bestärken. Mancher Freund kann wie der Geist in Sindbads Flasche sein, er reflektiert deine Wünsche und findet vielleicht Problemlösungen, auf die du selbst vielleicht nicht gekommen wärst.

Realistische Beharrlichkeit

Versuche es immer wieder. Gib nicht auf. Mach dir klar, das jede Änderung von Verhaltensgewohnheiten ein längerer Prozess ist. Wer sich nicht traut mit Menschen zu sprechen, für den ist eine erste Frage schon ein Erfolg. Die zweite Frage ein weiterer Fortschritt, und ein erster Smalltalk der Anfang eines Gesprächs.

Finde deinen persönlichen Erfolgsmaßstab

Vergleiche dich nicht mit anderen, sondern bleibe ganz bei dir. Wenn du ernsthaft an dir arbeitest, beeinflusst jedes kleine „Besser“ auch allen anderen Verhaltensgewohnheiten. Wenn du dich aber ständig mit irgendwelchen scheinbar „Besseren“ vergleichst, wirst du unnötig frustriert und erzeugst einen überzogen hohen, inneren Maßstab.

Leben heißt – Lernen lernen

Verhaltensschwächen – oder mangelnde Optionen – sind KEIN Defizit deiner Persönlichkeit, sondern die „normale“ Situation, in der sich jeder Mensch, also wir alle uns ständig befinden.

Wer seine Schwächen nicht anerkennt – erstarrt. Nur selbstkritische Menschen haben überhaupt das Potential besser werden zu können. Ihre Selbstkritik ist also kein „Mangel“, sondern die Voraussetzung Verbesserungsmöglichkeiten überhaupt zu erkennen und zu verändern.

Diese Aufzählung ist natürlich nicht vollständig – sie soll dir nur Anregungen geben, mit welchen konstruktiven Perspektiven Menschen erfolgreich ihr Verhalten selbst ändern können. Lies dir auch den Artikel über den Willen zum Erfolg durch. Er ergänzt dieses Thema ganz ideal.

Viel Erfolg beim Verbessern deiner persönlichen Lebenssituation

Alles Liebe Doreen

Schreibe einen Kommentar

Dieser Beitrag hat einen Kommentar