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Kulturvergleich Deutsche-Japaner

Typisch Japanisch

Modern, wohlhabend,  demokratisch und in puncto technischer Fortschritt immer ganz vorne mit dabei – so sehen wir Europäer Japan. Doch das asiatische Inselreich deshalb als „westlich“ zu bezeichnen wäre falsch. Denn „Japaner sind anders“ – und einzigartig! Darauf pochen vor allem die Japaner selbst. Hin und wieder versucht ein verwegener Wissenschaftler diese These sogar mit gewagten Theorien zu untermauern: Von der gänzlich anderen Hirnverkabelung bis zu den Folgen der isolierten Insellage reicht das Erklärungsspektrum. Wer als Europäer lange genug im Land war, weiß: „Anders“ ist definitiv untertrieben.

Japaner können so freundlich sein, dass es kaum glaubhaft scheint. Doch dahinter verbergen sich auch Abgründe wie zum Beispiel gewaltige Vorurteile gegen dunkelhäutige Ausländer, die ganz allgemein als potenzielle Kriminelle gelten. Auch Koreaner werden aus nicht nachvollziehbaren Gründen als kulturell unterlegen eingestuft – daher gilt es als große Beleidigung einen Japaner als Koreaner zu bezeichnen.

In Japan selbst existiert eine Art „Unterschicht“, die nach allen Regeln der Kunst diskriminiert wird. Ähnlich wie in einem Kastensystem sind die „Burakumin“ Nachfahren von Angehörigen „unreiner“ Berufsstände wie Gerbern oder Totengräbern. Jahrelang zirkulierten in den Personalabteilungen großer Firmen geheime Listen, die verhindern sollten, dass Burakumin versehentlich auf gute Posten gehoben würden. Heute sind sie lediglich von Eingeweihten an ihrem Namen und Wohnort zu erkennen. Über die „Burakumin“ wird offiziell kaum gesprochen, Fragen zu diesem Thema lassen jede Unterhaltung im Keim ersticken.

colourbox Japaner legen sich nicht gerne fest – dafür lächeln sie freundlich

Mit eindeutigen Antworten steht der Japaner auf Kriegsfuß. Ja oder nein? Keine Chance! Wichtiger als eine korrekte Antwort ist die Maxime: sein Gesicht wahren und niemanden verletzten. Das klingt richtig nett und treibt den Europäer in den Wahnsinn. Denn was genau bedeutet „Wir werden sehen“, „Ich werde darüber nachdenken“ oder „wenn möglich“? Auch Meinungsumfragen sind im öffentlichen Umfeld zum Scheitern verurteilt. Im Freundeskreis lassen sich Japaner schon eher zu einer deutlichen Aussage hinreißen. Um die Verwirrung perfekt zu machen, halten sich auslandserfahrene Japaner nicht immer an die schwammigen Formulierungen. Deshalb brauchen Japan-Besucher eine gehörige Portion Einfühlungsvermögen, um zwischen den Zeilen zu lesen.

Typisch Deutsch

Wir Deutsche gelten bei unseren Nachbarn wieder als zuverlässige und gesellige Organisationsgenies, uns selbst fallen bei Umfragen zu unserer Typologie die drei volksnahen Begriffe Bier, Wurst und Fußball ein. Kleinster gemeinsamer Nenner ist der Gartenzwerg.

Typisch deutsch – das ist für manche der Duden. Für andere die “Sportschau”. Die Autobahn. Die Eiche. Der Schäferhund. Die Kleingarten-Parzelle. Kulturbeutel. Fischer-Dübel. Ficus im Büro. Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt.

Man kann sich den deutschen Eigenschaften pfiffig nähern wie einst Kurt Tucholsky:

“Wenn der Deutsche hinfällt, steht er nicht auf, sondern sieht sich um, wer schadensersatzpflichtig ist.”

Der Autor Martin Hecht betrieb in seinem Italien-Urlaub eine Studie. Er schreibt von kurzen Hosen, weißen Socken und Sandalen. Eine deutsche Familie besetzte den besten, schattigen Platz unter einem Olivenbaum und verkündete den Nachbarn: “Das ist unser Platz”  In seinem Buch listet Martin Hecht diverse Deutsche Unsitten auf. Mit manchem Ausländer war ich schon in ähnlichen Situationen und peinlich berührt.

Zum Beispiel die Befindlichkeiten. Der Deutsche fühlt sich rund um die Uhr bedroht und “abgezockt”. Wer mit 80 durch die Wohnzone brettert und erwischt wird: Abzocke! Wer seine Fernsehgebühren nachzahlen muss: Abzocke!  Steuerbescheide: Abzocke! Die Brieftasche ist heilig und schutzbedürftig. So sind wir bei der Schnäppchenjagd, die mit den Rabattmarken begann und heute mit Kundenkarten perfektioniert wurde.

“Geiz ist geil” appelliert an den Intellekt des schlauen Käufers: “Ich bin doch nicht blöd!” Nur so war es möglich, dass Ferienflüge heute billiger sind als Rinderbraten. Womit wir in der Küche wären. Der Deutsche, nicht gerade als Gourmet gerühmt, will zwei Nationalgerichte aus den Küchen der weiten Welt mitgebracht haben.

Doch den “Toast Hawaii” mit Ananasringen aus der Dose und Gummikäse gibt es nur hierzulande, nicht etwa auf den Pazifikinseln. Und die berüchtigten “Spaghetti bolognese”, deren Fleischsoße fließend in “Chili con Carne” übergeht, kennt der Italiener in dieser Form ebenfalls nicht. Kein Wunder, dass es hier statt “Guten Appetit” nur “Mahlzeit” heißt. Wer im Gartencafe sitzt kennt das Gebot: “Draußen nur Kännchen!” Wenn’s dann um die Rechnung geht, muss der Kellner bis ins Detail die Beträge seinen Gästen zuordnen: Zusammen essen, getrennt zahlen.

Ein weiteres beklagtes Feld ist der Straßenverkehr. Deutsche putzen ihr Auto nicht nur, wenn er es verkauft werden soll, denn ein Auto ist Status.

Am Rückspiegel hängt ein Wunderbaum, das Heck ziert der “Sylt-Aufkleber”, “weil man es sich leisten kann”. der Fisch steht für den Christen, das “Playboy”-Häschen für den Spätpubertierenden, dazu je nach Weltanschauung “Ich bremse auch für Tiere” oder “Atomkraft nein danke”. 🙂

Lesenswert!