Wie du durch Coaching Kompetenzentwicklung erreichst

Der Zusammenhang von Coaching und Kompetenzentwicklung

Coaching lässt sich als besondere Art der Kompetenzentwicklung verstehen. Es ist eine bewährte Vorgehensweise zur individuellen Kompetenzentwicklung, die auch teambezogenen funktioniert.

Die Coaching Stufen zur Kompetenzentwicklung

  • Realität
  • Symbolität und
  • Fiktionalität (zB. der Einsatz literarischer Texte im Coaching)

Was Coaching zur Kompetenzentwicklung ist

  • Coaching ist prozessorientiert.
  • In der Regel nicht inhaltsorientiert. Also was gelernt wird, sondern prozessorientiert, was meint, wie gelernt wird.
  • Beim Coaching geht man nicht davon aus, dass Lernen, vor allem Wert- und Kompetenzlernen durch einen Experten gesteuert werden muss, sondern dass es durch Fragen, Ziele und Werte des Lerners selbst vorangetrieben wird.
  • Beim Coaching wird der Lernprozess auch nicht primär von Wissen, sondern von Reflexion, Wertung und realer Handlung angetrieben.

Worauf sich Coaching und Kompetenzentwicklung bezieht

  • handelnde Personen,
  • Aktivität und Engagement,
  • Position in Bezug auf sachliche Erfordernisse oder Aufgaben sowie auf
  • ihre Funktion in und gegenüber anderen Menschen, in Gruppen, Team und Unternehmen.

Coaching zielt auf Kompetenzentwicklung ab. Hierbei stehen jeweils die personalen, aktivitätsbezogenen, die fachlich-methodischen, oder die sozial-kommunikativen Kompetenzen oder Kombinationen im Mittelpunkt.

Coaching setzt Ziele von Aktivität und Engagement in der Regel nicht selbst, sondern nutzt die alltäglichen Probleme, um gerade gebrauchte Kompetenzen zu entwickeln und handlungsfähig zu werden.

Neben dem Argument der sprachlichen Ebenen liegt der entscheidende Unterschied zwischen Coaching und Training darin, das Training Ziele und Aufgaben selbst setzt, um eine Kompetenzentwicklung zu erreichen.

Coaching-Phasen und Coaching Methoden

Coaching sollte immer auf freiwilliger Basis erfolgen, da es ein zielgerichtetes, gemeinsam abgestimmtes Vorgehen zwischen Coach und Gecoachten ist. Zudem ist Coaching durch Akzeptanz, Vertrauen und Kooperation auf beiden Seiten geprägt. Meist erfolgt es in mehreren Sitzungen und in begrenzter zuvor abgestimmter Anzahl.

Dennoch muss es deutlich von therapeutischen Interaktionen unterschieden werden, selbst da wo gelegentlich Methoden und Denkweisen aus der Therapie als Anregungen übernommen werden. Hier kannst du dir 8 Geschäftsmodelle für Coaches und Berater ansehen oder dir den Beitrag zur Positionierungsstrategie beim Personal Branding ansehen.

Die Phasen des Coaching zur Kompetenzentwicklung

Die Kontaktphase

Kennenlernen, Erwartungen und Ziele werden formuliert. Auch die Anzahl der Treffen die Dauer und der Ort des Coachings werden ausgemacht. Zudem werden die Rollen, Tiefe des Coachings und Aufgaben der Beteiligten festgehalten.

Was zu tun ist:

  • Kompetenzentwicklungsziele klären und den individuellen Entwicklungsbedarf festlegen.

Die Diagnosephase

Es werden die Ausgangslage, die komplexe Ausgangssituation, die Schwierigkeiten und Hindernisse herausgearbeitet.

Was zu tun ist:

  • Wege der Kompetenzentwicklung festlegen, und Vereinbarungen für Gespräche festlegen. 

Die Handlungsalternativen Phase

Du sammelst Handlungsalternativen, überlegst dir weitere Wege mit möglichen Hindernissen und Folgen, spielst Verhaltensbeispiele durch und wägst anschließend gemeinsam mit deinem Kunden ab, was passend ist. Hier wird klar warum gute Kommunikation wichtig ist.

Was zu tun ist:

  • Hier musst du passende Aufgaben für die Kompetenzentwicklung auswählen und für den Entwicklungsprozess aufbereiten.

Die Umsetzungsphase

Die gewünschten Handlungsalternativen werden umgesetzt. Meist ist der Gecoachte in dieser Phase unter Übernahme von Eigenverantwortung auf sich selbst gestellt.

Was zu tun ist:

  • Die Kompetenzentwicklung als Coach beobachten und unterstützen. Bei Bedarf hilfst du deinen Klienten dann über Lernklippen hinweg.

Die Reflexions-und Auswertungsphase

Das Verhalten und Erleben des Gecoachten wird analysiert und mit den eingangs gesetzten Zielen und Aufgaben verglichen.

Was zu tun ist:

  • Führe Gespräche zur Auswertung und Reflexion. Damit kannst du Kompetenzentwicklungsprozess und die Ergebnisse dokumentieren und gemachte Erfahrungen weitergeben.

Diese Phasen ähneln dem Interiorisationsprozess, was die Nähe zur Wert- und Kompetenzvermittlung unterstreicht. Aus neueren Forschungen wird bestätigt, dass vor allem durch die professionelle Begleitung eines Coaches in Entwicklungsprozessen, Kompetenzentwicklung quasi unvermeidlich ist. Im klassischen schulischen und universitären Lernprozessen ist dies im Gegensatz dazu nicht offensichtlich.

Coaching Methoden zur Kompetenzentwicklung

  • Coachings zur Wertkommunikation: sind Methoden mit überwiegendem Praxisbezug.
  • Nach Art und Methodik der Begleitung.
  • Fachlich-methodischer Ziele: zB. Krisenmanagement oder Selbsthilfe
  • Zielfelder: zB. Organisationscoaching, Personalcoaching, Führungskräftecoaching, Projektcoaching, NLP Coaching
  • Zielpersonen oder Zielgruppen: Einzelcoaching, Gruppencoaching, Projektcoaching
  • Kompetenzfelder: Persönliche Kompetenzen, aktivitätsbezogene Kompetenzen, fachlich-methodische Kompetenzen, sozial-kommunikative Kompetenzen

Das alles steigert deine Kreativität.

Arten des Coaching zur Kompetenzentwicklung

  • Einzelcoaching als externes und oder internes Beratungsgespräch.
  • Gruppencoaching z.B. als Teamcoaching und Projektcoaching. Aber auch Blended Learning Communities können als Form von Gruppencoaching verstanden werden.
  • Coaching mit deutlichem Praxisbezug z.B. Outdoortraining.

Coachingmethoden mit deutlichem symbolisch-fiktionalen und ausgeprägtem Abstraktionalitäts- und Reflexionsbezug setzen professionelle Coaches voraus, die hohe pädagogische, auch emotions-und motivationspädagogische Reflexionsfähigkeit besitzen.

Die Dimensionen eines Coachings sind nie trennscharf, sondern überlagern sich im Prozess eines Coachings ständig. Ebenso überlappen sich die Methoden der Kompetenzentwicklung in starkem Maße. Sozial kompetentes Verhalten wird z.B. über hoch emotionalisierende Rollenspiele trainiert.

Jetzt möchte ich noch auf die Persönlichkeitstypen in sozialen Interaktionen eingehen, damit du als Coach gut gewappnet bist.

Die drei Persönlichkeitstypen in sozialen Interaktionen beim Coaching

R (Recht): kann zu wenig eigene Rechte durchsetzen, Forderungen stellen oder Forderungen von anderen ablehnen

B (Beziehung): können zu wenig eigene Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche gegenüber anderen äußern sowie angemessen mit Kritik umgehen.

K (Kontakt): es fällt schwer, Kontakt zu fremden Menschen aufzunehmen, Menschen für sich zu gewinnen oder Sympathie zu bekommen.

Weiterführender Beitrag: Wie du Social Media Typen für deine Content-Strategie nutzen kannst.

Wann Sozialkompetenzen beim Coaching wichtig sind

Im arbeitsmäßigen Kontext werden Sozialkompetenzen vor allem in den Bereichen: Führung, Verkauf und Akquise sowie im Assessment gebraucht. Hierbei wird der Umgang mit Kritik, die angemessene Form, Bedürfnisse und Wünsche zu äußern, um Sympathiegewinn und Überzeugungsfähigkeit, gelernt. Es wird oft mit Übungen gearbeitet, welche die Teilnehmer hoch emotionalisieren und sie gegen Blamagegefühle, Unsicherheiten, Peinlichkeiten, bewusstere Wahrnehmung, usw. wappnen. Videodokumentationen spielen hier für das Feedback eine besonders große Rolle.

Für jede der Grund- und abgeleiteten Kompetenzen ist der Einsatz eines ganzen Arsenals von Trainingsmethoden möglich. Die Weiterbildung steht hierbei noch am Anfang der bestehenden Möglichkeiten. Die methodische Entfaltung der Trainings sozialer Kompetenzen kann als Orientierung für die Schaffung weiter Trainings zur Kompetenzentwicklung dienen.

Das Web 2.0 wird in diesem Zusammenhang nicht von ungefähr als Social Software bezeichnet. Sie ermöglicht soziale Kontakte, sozial miteinander zu handeln und soziale Kompetenzentwicklung. Dies war mit der Software des Web 1.0 kaum oder nur sehr vermittelt möglich. Empfohlener Beitrag: Identität 4.0 und das digitale Dilemma.

Die vier Seiten einer Botschaft nach dem Modell von Schulz von Thun

Jede reale Botschaft oder Kommunikation, von der rein fachlichen in Schriftform einmal abgesehen, ist auch Wertkommunikation. Dies allerdings mit sehr unterschiedlichen Wissens- und Wertanteilen. Doch letztlich ist sie damit stets auch eine Wertkommunikation.

Kompetenzkommunikation kann man sich leicht veranschaulichen, wenn man sich das Werte-Kommunikationsquadrat von Friedmann Schulz von Thun anschaut:

Schulz von Thun erklärt dazu: Eine Person spricht immer mit „vier Schnäbeln“ auf vier Ebenen:

  1. Sachebene: Ich übermittle Sachinformationen.
  2. Selbstkundgabe: Ich gebe gleichzeitig zu erkennen, wie mir gerade zumute ist.
  3. Beziehungsebene: Ich gebe dabei auch zuerkennen, was ich von Dir halte, wie ich zu Dir stehe.
  4. Appellseite: Ich möchte mit meinem Sprechen Einfluss nehmen, etwas ausrichten, aktiv etwas erreichen.

Es ist also klar ersichtlich, dass die entsprechende Person in ganz unterschiedlichem Maße ihre vier Grundkompetenzen in Form von Kompetenzbündeln kommuniziert.

Wertekommunikation und Kompetenzentwicklung beim Coaching

Kompetenzen können auf unterschiedliche Weise vermittelt werden

1 Kompetenzvermittlung durch sprachliche Mittel

  • Werturteile und andere sprachliche Mittel
  • durch den emotional-expressiven Charakter der Sprache
  • durch Sprechverhalten wie
  • Tonfall, Sprechtempo, Sprechrhythmen..

2 Durch künstlerische Symbole

  • Töne (Musik)
  • Farben (Malerei)
  • Volumenformen (Plastik, Baukunst)…

3 Kompetenzentwicklung durch nichtsprachliche Kommunikation

ZB. durch Körperausdruck

  • Mimik
  • Gestik
  • Körperberührung
  • Chemische Geruchsstoffe
  • Durch Verwendung symbolhaft wertungstragender Gegenstände oder gegenständlicher Zeremonieren, wie
  • Kleidung, Kosmetik, Haartracht
  • Symbolgeschenke
  • Krönungs-, Hochzeits-, Begräbnis-, diplomatische und andere Zeremonieren

4 Durch Ausnutzung raum-zeitlicher Wertsymbolismen

  • räumliche Distanz als Sozialwertung
  • zeitliche Abfolge von Handlungen als Wertmomente

5 Durch fixierte Traditionen, Bräuche, Moden

Spezifische Methoden, durch die soziale Normen und Werten „nach innen“ gebracht werden. Zu diesen zählen:

  • Nachahmung
  • Identifikation
  • anerkannte Autorität
  • Unterweisung
  • Erschütterung des emotional-motivational verankerten Wertsystems (Katastrophen)

Viel Spass bei deinen künftigen Cochingaktivitäten wünscht dir 

Deine Doreen