Selbstwirksamkeit: Warum es wichtig ist an dich selbst zu glauben

Was ist Selbstwirksamkeit?

Selbstwirksamkeit ist unser fester Glaube selbst schwierige Situationen, Aufgaben, oder Probleme erfolgreich durch unsere eigenen Fähigkeiten bewältigen zu können.

Seit das Konzept zur Selbstwirksamkeitserwartung (SWE) des kanadischen Psychologen Albert Bandura 1977 veröffentlicht wurde, ist es zu einem der am meisten untersuchten Themen in der Psychologie geworden. Warum es so wichtig ist? Bandura beschreibt Selbstwirksamkeit als wesentlichen Faktor dafür, wie wir denken, uns verhalten und uns fühlen.

Kontrolle über Motivation und Verhalten haben  

Selbstwirksamkeit spiegelt demnach das Vertrauen wider, die Kontrolle über unsere eigene Motivation und das daraus folgende eigene Verhalten zu haben. Es stärkt in gewisser weise unseren geschickten Willen. Diese positive Selbsteinschätzung beeinflusst uns maßgeblich. Angefangen bei unseren Lebenszielen, der Menge an Energie, die wir für diese Zielerreichung aufwenden können. Aber auch die Wahrscheinlichkeit, bestimmte Verhaltensweisen aufrechtzuerhalten.

Wo Selbstwirksamkeit Anwendung findet

Die Selbstwirksamkeit hat einen großen Einfluss auf Forschung, Lehre und in der klinischen Praxis. Im Bereich der Gesundheitspsychologie wird das Konzept der Selbstwirksamkeit z.B. auf unterschiedliche Verhaltensweisen angewendet, z.B.:

  • Selbstmanagement bei chronischen Erkrankungen
  • Raucherentwöhnung
  • Alkoholkonsum
  • Essensverhalten
  • Schmerzkontrolle

Selbstwirksamkeit ist Teil unseres Selbstsystems, dass eine große Rolle dabei spielt, wie wir Situationen wahrnehmen und wie wir uns in verschiedenen Situationen verhalten.

Denn wie wir andererseits wissen, kann der Nichtglaube an uns selbst, die Berge am Versetzen hindern.

Selbstwirksamkeit als wesentliche Kompetenz der Zukunft

Wir befinden uns in einer Welt in der es viel zu tun und zu verändern gibt.

Deshalb wird zu den wichtigsten Kernkompetenzen der Zukunft vermutlich Kreativität, Mut und Verantwortungsbewusstsein gehören. Denn um neue Lösungen für all diese Herausforderungen zu finden, genügen Intelligenz und Fachkompetenz nicht mehr.

Und zudem bedarf es einer bestimmten Einstellung und Haltung. Eine wesentliche Haltung ist hierbei der Glaube an die eigene Selbstwirksamkeit. Sie vermittelt dir auch einen tieferen Sinn im Leben.

Selbstwirksamkeit: warum es wichtig ist an dich zu glauben
Glaube an dich selbst

Vermutlich schafft es einer allein nicht die ganze Welt zu retten, das klappt nur in Hollywood. Versuche mancher Aktivisten wirken oft wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Trotzdem, davon bin ich überzeugt, können Viele, die an bestimmten Stellen kleine Probleme lösen Unglaubliches bewirken.

Können wir mit Selbstwirksamkeit alles erreichen?

Können wir, wenn wir etwas ganz doll wollen und daran glauben, alles erreichen?  Theoretisch ja, in der Praxis sieht es allerdings oft anders aus:

Marktführer oder YouTube-Star werden, bestimmte Projekte abschließen und so weiter. Viele Dinge die wir uns vornehmen bringen wir selten zu Ende. Wir wollen ja, aber irgendwie geht “ES” doch nicht. Damit nimmt aber das Vertrauen in sich selbst und seine Fähigkeiten mit jedem verworfenen Vorsatz ab.

Es geht also darum eine innere Haltung zu entwickeln, dass dein ICH tatsächlich etwas verändern kann, dass dein Beitrag zählt und wichtig ist. So holst du automatisch auch ein Füllebewusstsein in dein Leben.

Dieser Gedanke kommt langsam auch im modernen Führungsdenken und in der Weiterbildung an. Unter „Change Making“, dem aktiven Herstellen von Veränderungen, wird inzwischen in diversen Formaten gearbeitet. Hierbei machen sich die Lernenden Gedanken zu realen Problemen in Wirtschaft oder in der Forschung, dafür Lösungen erarbeiten und sie dann auch konkret umsetzen.

Selbstwirksamkeit stärkt unsere Motivation

Vertrauen in sich selbst zu entwickeln hat mit Selbstwirksamkeit zu tun.

Was können wir aber tun, um unsere Selbstwirksamkeit zu stärken?

Das Gefühl von Selbstwirksamkeit stärkt unsere Motivation und unser Selbstvertrauen. Das unterstützt uns auf dem Weg zur Selbstverwirklichung. Wir erkennen dabei, dass wir selbst wirklich zu Veränderungen beitragen können, und ebenso, dass wir dazu bestimmtes Wissen brauchen.

Warum Lernen uns hilft

Zum Beispiel motivieren mich oft bestimmte Themen dazu, mich mit vielen verschiedenen Disziplinen zu beschäftigen: Will ich z.B. Personal Branding verstehen, brauche ich dafür Wissen aus der Strategie, aus dem Design, dem (Content) Marketing und der (digitalen) Kommunikation und vieles mehr. Zudem wird einem dabei bewusst, dass z.B. große Probleme nicht allein zu lösen sind. So dass der Gedanke automatisch zur Einsicht in die Bedeutung von Sozialkompetenz führt.

Unserer Gesellschaft zu vermitteln, dass jeder aktiv etwas verändern kann, dass es Lösungen für Umweltprobleme oder mehr Gerechtigkeit gibt, ist eine der wichtigsten Aufgaben in der Zukunft der Bildung. Dies auf individueller und auf globaler Ebene!

Warum Sinnvolles tun für die Selbstwirksamkeit wichtig ist

Sicher ist dir bewusst, dass eine Arbeit, die wir als sinnvoll erleben uns viel mehr Lust, Motivation und Selbstwertgefühl vermittelt. Und du weißt auch, dass Kinder manche Probleme oft viel unkomplizierter sehen als Erwachsene. Deshalb finden sie nicht selten Lösungen, die uns Erwachsenen verborgen bleiben. Warum? Weil sie uns schlicht zu einfach erscheinen.

Wie Bandura und andere Forscher also gezeigt haben, hat Selbstwirksamkeit einen massiven Einfluss auf alles was wir erleben. Von psychologischen Zuständen über unser Verhalten bis hin zur Motivation. Selbstwirksamkeit bestimmt, welche Ziele wir verfolgen, wie wir diese Ziele erreichen und wie wir unsere eigene Leistung reflektieren.

Doch was uns eben manchmal fehlt ist, der Mangel an Vertrauen in uns selbst.

Die Quellen der Selbstwirksamkeit

Das Konzept der Selbstwirksamkeit_Doreen Ullrich Brand Marketing
Die Quellen der Selbstwirksamkeit

Durch unterschiedliche Erfahrungen, Aufgaben und Situationen beginnen wir schon in der frühen Kindheit unser Selbstwirksamkeitsgefühl zu entwickeln. Das Wachstum der Selbstwirksamkeit endet jedoch nicht in der Jugend, sondern entwickelt sich im Laufe des Lebens weiter, wenn wir neue Fähigkeiten lernen und Erfahrungen machen. Bandura identifizierte vier Hauptquellen der Selbstwirksamkeit.

  1. Persönliche Erfahrungen im Meistern schwieriger Situationen: Ich meistere eine Herausforderung und fühle mich gestärkt. Hiermit wirkst du auch Minderwertigkeitsgefühlen entgegen.
  2. Soziales Lernen: Jemand, der mir ähnlich ist, meistert eine Herausforderung. Ich schließe daraus, dass ich das auch kann.
  3. Soziale Unterstützung: Zuspruch von Menschen, denen ich zutraue, beurteilen zu können, ob ich kompetent bin oder nicht.
  4. Emotionale und physiologische Aspekte: Welcher Bedeutung gebe ich zum Beispiel meinem Herzklopfen in einer gewissen Situation? Stärkt es meine Annahme, dass ich es nicht schaffe oder ist es für mich einfach normal?
  5. Imaginäre Aspekte: Wie gut bin ich im visualisieren meines Selbstbildes

Bandura stellt jedoch auch fest, dass „nicht die schiere Intensität emotionaler und körperlicher Reaktionen wichtig ist, sondern wie sie wahrgenommen und interpretiert werden.“

Fallen die unsere Selbstwirksamkeit behindern können

Später mehr zu den Möglichkeiten deine Selbstwirksamkeit zu stärken. Zunächst zeige ich dir ein paar Fallen, die unsere Selbstwirksamkeit blockieren können.

Die Art und Weise wie du dem Leben begegnest

  • Es gibt viele Wege, wie du dem Leben begegnen kannst: Auf einem davon sind wir den äußeren Umständen hilflos ausgeliefert. Wir sind der Spielball äußerer Mächte und haben kaum Einfluss auf unser Schicksal. Auf so einem Weg sind wir die Opfer.
  • Auf dem anderen Weg tragen wir Verantwortung für unser Leben. Wir fühlen uns wirksam und erleben unseren Einfluss. Vieles können wir nicht kontrollieren, dennoch haben wir immer die Wahl, wie wir auf diese Themen reagieren und damit umgehen werden. Wir begegnen dem Schicksal auf Augenhöhe, keiner dominiert den anderen.

Teste, ob du dem Leben als Opfer begegnest

Es könnte sein, dass du hier denkst:

  • Wenn sich die Umstände nur ändern würden, dann wäre alles viel besser.
  • Oder du machst Dinge, die du eigentlich nicht tun willst, vielleicht einen Job, den du hast, eine Beziehung, in der du unglücklich bist, usw.
  • Du beschwerst dich über Vorgesetzte, Kollegen, Misserfolge, oder das Wetter.
Selbstwirksamkeit_Bin ich Opfer oder Selbstgestalter meines Lebens_Doreen Ullrich Brand Marketing
Bin ich Opfer oder Selbstgestalter meines Lebens

Und willst du jetzt hier und gleich und überall für alles in deinem Leben Verantwortung übernehmen? Naja, das wird nicht einfach. Denn leider sind wir nicht so gestrickt. Es wird immer wieder passieren, dass wir in bestimmte “Opferrollen“ schlüpfen, denn wir haben uns diese Muster oft jahrelang antrainiert. Dadurch haben wir in unserem Inneren Mustervorlagen gebildet. Verzeihe dir aber trotzdem. Mit der Zeit wirst du daraus lernen. Mehr über dich kannst du auch erfahren, wenn du dich mit den Archetypen befasst.

Oft wollen wir viel zu viel auf einmal ändern: Gesünder leben, aufhören zu rauchen, regelmäßig Sport betreiben, und ja: wir wollen das alles auf einmal. Leider mehr, als wir können.

Menschen sind Gewohnheitstiere

Wir neigen zu der Gewohnheit uns Ziele zu setzen, die wir nicht oder nur schwer erfüllen können. Oder oft im Grunde sogar gar nicht wollen. Problem ist nur, dass wir bei solchen Zielen das Problem sogar festigen:

Unsere Selbstwirksamkeit nimmt ab, weil wir unsere Ziele chronisch nie erreichen.

Deshalb ist es wichtig dir realistische Ziele zu setzen. Denke aber zugleich an das Hofstadter Gesetz:

„Es ist immer mehr Aufwand als erwartet“.

Hofstadter

Man muss sich bewusst machen, dass jedes Mal, wenn wir eine Vereinbarung mit uns selbst treffen und sie nicht einhalten, unser Vertrauen in unsere künftigen Versprechen abnimmt: Wir neigen dazu – nach jedem Misserfolg mehr Vertrauen in unsere Fähigkeiten zu verlieren. als wir es nach einem Erfolg gewinnen.

Vertrauen wird meterweise verloren und zentimeterweise gewonnen, das gilt auch für das Vertrauen in uns selbst.

Doreen Anette Ullrich

Menschen mit starkem Selbstwirksamkeitsgefühl

  • Haben extremes Interesse an den Aktivitäten, an denen sie teilnehmen
  • Zeigen ein stärkeres Engagement für ihre Interessen
  • Erholen sich schnell von Rückschlägen und Enttäuschungen
  • Sehen herausfordernde Probleme als Aufgaben, die es zu meistern gilt
  • Schwierigkeiten und Misserfolg bedeuten keine Niederlage; Stattdessen verdoppeln diese Personen ihre Anstrengungen und suchen nach neuen Wegen zur Überwindung

Einige Beispiele:

  • Jemand, der mit der Bewältigung einer chronischen Krankheit zu kämpfen hat, aber zuversichtlich ist, dass er wieder auf Kurs kommen und seine Gesundheit verbessern kann, indem er hart an seiner Genesung
  • Ein Schüler, der zuversichtlich ist, dass er das Wissen verdauen und lernen kann, und bei einem Test gut abschneiden kann.
  • Jemand, der gerade eine Stelle in einer Position angenommen hat, die er noch nie zuvor ausgeübt hat, aber überzeugt davon ist, dass er lernen wird und dem Job gewachsen ist.

Menschen mit schwachem Selbstwirksamkeitsgefühl:

  • Vermeiden herausfordernde Aufgaben
  • Wollen sich keine Ziele zu setzen, und haben ein geringes Maß an Verständnis für die, die sie sich setzen.
  • Glauben, dass schwierige Aufgaben und Situationen ihre Fähigkeiten übersteigen
  • Konzentrieren sich meist auf persönliche Fehler und negative Ergebnisse
  • Verlieren schnell das Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten
  • Wenn es zu Rückschlägen kommt, geben sie schnell auf
  • Da sie kein Vertrauen in ihre Leistungsfähigkeit haben, erleben sie eher Versagensgefühle und Depressionen
  • Stresssituationen können auch sehr schwer zu bewältigen sein
  • sind weniger belastbar und werden weniger wahrscheinlich wieder auf die Beine kommen.

So verbesserst du deine Selbstwirksamkeit

  1. (Selbst)Vereinbarungen mit sich treffen, die man auch einhalten will und kann. Man sollte sich fragen, ob diese Sache wirklich gewollt ist, ober ob vielleicht nur ein Teil in uns dieses Ziel erreichen will.
  2. Eine Kombination aus Prozess- und Ergebniszielen setzen. Wenn man über eine längere Zeit Ziele so setzt, dass man sie zu 99% erreichen kann, wird die Selbstwirksamkeit steigen. Das wichtigste Ziel sollte sein – 99% der geplanten Ziele zu erreichen.
  3. Den Drang überwinden, zu viel auf einmal zu schaffen
  4. Sich seine Kernkompetenzen bewusst machen
  5. Freude entwickeln am Umgang mit Widerständen und Schwierigkeiten
  6. Über Erfolge reflektieren
  7. Sich ins Gelingen verlieben

Bewertung der Stärke deiner Selbstwirksamkeit

Für eine einfach und informelle Einschätzung deines eigenen Selbstwirksamkeitsniveaus berücksichtige die folgenden 10 Fragen:

  1. Hast du das Gefühl, dass du gut mit Problemen umgehen kannst, wenn du bereit bist, hart zu arbeiten?
  2. Bist du zuversichtlich, dass du deine Ziele erreichen kannst?
  3. Hast du das Gefühl, mit unerwarteten Ereignissen gut umgehen zu können?
  4. Kannst du dich auch stressigen Ereignissen schnell wieder erholen?
  5. Hast du das Gefühl, dass du Lösungen finden kannst, wenn du ein größeres Problem hast?
  6. Machst du selbst dann weiter, wenn die Dinge langsam sehr schwierig erscheinen?
  7. Bist du gut darin, auch im Chaos ruhig zu bleiben?
  8. Bringst du selbst unter Druck gute Leistungen?
  9. Neigst du dazu, dich eher auf deinen Fortschritt zu konzentrieren, anstatt dich von dem, was du noch tun musst, einschüchtern zu lassen?
  10. Glaubst du, dass sich deine harte Arbeit irgendwann auszahlen wird?
  11. Lässt du dich zu stark sozial beeinflussen?

Wenn du viele oder die meisten dieser Fragen mit Ja beantwortet hast, stehen deine Chancen gut, dass du ein ziemlich starkes Gefühl der Selbstwirksamkeit hast.

Solltest du das Gefühl haben, dass deine Selbstwirksamkeit einen Schub gebrauchen könnte, nimm einfach Kontakt zu mir auf oder besuche direkt das Webinar zum Thema Identität 2.0.

Viel Spaß bei der Umsetzung.

Alles Liebe und bis zum nächsten Mal

Dene Doreen

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