Schon bevor es Psychologie gab, wussten Schamanen: Der Mensch ist mehr als sein Körper.
Sie kannten die Sprache der Symbole, der Rituale und der inneren Bilder – lange bevor C. G. Jung sie in Worte fasste.
In ihren Trancen reisten sie in die unsichtbaren Welten des Geistes, suchten Antworten in der Natur, in Tieren, im Rhythmus der Trommel. Sie verstanden: Heilung geschieht nicht nur im Außen – sie beginnt in der Seele.
Das uralte Wissen der Schamanen und die moderne Archetypenlehre sprechen letztlich dieselbe Sprache: die Sprache der Seele, die in Symbolen, Geschichten und Energie mustern denkt. Zwischen Archetypen und Schamanismus gibt es somit Parallelen.
Jeder von uns trägt diese archetypischen Kräfte in sich – den Magier, der Wirklichkeit formt.
Die Liebende, die verbindet.
Den Helden, der durch Krisen wächst.
Und den Heiler, der aus Schmerz Weisheit gewinnt.
Was die Schamanen durch Rituale erfuhren, beschreibt die Psychologie heute als Prozess der Individuation – den Weg, auf dem wir die vielen Anteile in uns integrieren und zu unserem wahren Selbst zurückfinden.
Wenn wir die Lehren des Schamanismus mit der Psychologie der Archetypen verbinden, entsteht etwas Magisches:
Ein tiefes Verständnis davon, warum wir fühlen, handeln und träumen, wie wir es tun – und wie wir Heilung auf einer Ebene erfahren können, die weit über den Verstand hinausgeht. In diesem Beitrag gehen wir ein auf die Zusammenhänge zwischen Archetypen und Schamanismus: Finde heraus, wie uraltes Heilwissen und moderne Psychologie zusammenfinden und dich dies zu dir selbst führt.
Archetypen und Schamanismus- die gemeinsame Basis
Symbole, Mythen und Heilbilder
Auf den ersten Blick wirken Schamanismus und moderne Psychologie wie zwei völlig verschiedene Welten.
Der eine spricht von Geistern, Tieren und Ahnen, die andere von Archetypen, Träumen und inneren Anteilen.
Doch wenn man tiefer blickt, erkennt man: Beide beschreiben dieselbe Landkarte – nur mit unterschiedlichen Worten.
Sowohl Schamanen als auch Psychologen arbeiten mit inneren Bildern.
Sie wissen, dass Heilung dort beginnt, wo Worte aufhören und Symbole übernehmen.
Ein Adler im schamanischen Ritual steht für dieselbe Energie, die Jung als Archetyp des Weisen beschrieb – Weitblick, Bewusstsein, geistige Führung.
Und die Schlange, die sich häutet, ist nichts anderes als das Symbol der Transformation, das im Archetypen des Magiers oder Schöpfers weiterlebt.
Schamanen reisen in andere Bewusstseinsebenen, um Kontakt zu diesen Kräften aufzunehmen.
Psychologen tauchen in die Tiefen des Unbewussten, um sie zu verstehen.
Beide Systeme folgen demselben Prinzip: Die wahre Heilung entsteht nicht durch Kontrolle, sondern durch Verbindung – durch das bewusste Erkennen, Fühlen und Integrieren dessen, was in uns wirkt.
So wie der Schamane Licht in die Dunkelheit bringt, führt die Archetypenarbeit uns zur Integration unserer Licht- und Schattenseiten.
Denn erst wenn wir den inneren Krieger genauso annehmen wie den Liebenden, die Heilerin genauso wie die Rebellin, entsteht Ganzheit.
In Wahrheit sprechen Schamanismus und Archetypenlehre nur zwei Dialekte derselben Sprache – der Sprache der Seele.
Beide erinnern uns daran, dass wir mehr sind als unsere Gedanken.
Wir sind Geschichten, Symbole und lebendige Energie in Bewegung.
Die vier schamanischen Grundkräfte als Archetypen
In der schamanischen Lehre ist alles mit allem verbunden.
Die Kräfte der Natur sind keine äußeren Phänomene, sondern Ausdruck unserer inneren Welt. Jede Himmelsrichtung steht für eine Energie, ein Element, einen Archetypen – und damit für eine bestimmte Phase unseres seelischen Wachstums.
Osten – Der Adler
Element: Luft | Archetypen: Weiser / Magier
Der Osten ist das Reich der aufgehenden Sonne – des neuen Bewusstseins.
Hier wohnt der Adler, der hoch über allem schwebt und die Welt aus einer höheren Perspektive sieht.
Er steht für Klarheit, Weitblick und die Fähigkeit, über das Alltägliche hinauszublicken.
Psychologisch verkörpert er den Weisen Archetyp und den Magier Archetyp – jene inneren Kräfte, die uns Erkenntnis schenken, Zusammenhänge verstehen lassen und Bewusstsein schaffen.
Die Luft, das Element des Denkens und der Inspiration, trägt unsere Gedanken wie Windströme in neue Höhen.
Der Adler lehrt uns, loszulassen, Abstand zu gewinnen und das Leben als Ganzes zu betrachten – nicht als Summe einzelner Probleme.
Süden – Der Jaguar
Element: Feuer | Archetypen: Held / Rebell
Im Süden lebt der Jaguar – mutig, stark, instinktiv.
Er geht keine Umwege, er geht durch das Feuer.
Diese Richtung steht für Transformation, Mut und Leidenschaft. Sie erinnert uns an unsere Fähigkeit, Herausforderungen nicht auszuweichen, sondern sie zu durchschreiten.
Feuer ist das Element des Willens und der Tatkraft.
Hier begegnen wir dem Archetypen des Helden, der seine Angst überwindet, und dem Rebell, der alte Muster verbrennt, um Raum für Neues zu schaffen.
Der Jaguar lehrt uns, Grenzen zu durchbrechen, aber auch Verantwortung für unsere Kraft zu übernehmen.
Westen – Die Schlange
Element: Wasser | Archetypen: Schöpfer / Suchenden
Die Schlange steht für Erneuerung, Wandel und das zyklische Prinzip des Lebens.
Sie häutet sich, um zu wachsen – ein Sinnbild für die stetige Transformation unserer Seele.
Im Westen geht die Sonne unter – hier beginnt die Reise nach innen, in die Tiefe des Unbewussten.
Wasser ist das Element der Emotionen, der Intuition und der Heilung.
Der Schöpfer Archetyp erkennt hier, dass wahre Kreativität aus der Tiefe des Fühlens kommt.
Der Sucher lernt, sich dem Fluss des Lebens anzuvertrauen, statt dagegen anzukämpfen.
Die Schlange erinnert uns daran: Heilung geschieht, wenn wir die Kontrolle loslassen und uns von der inneren Strömung führen lassen.
Norden – Der Kolibri
Element: Erde | Archetypen: Liebender / Unschuldiger
Im Norden begegnen wir dem Kolibri – klein, leicht und voller Lebensfreude.
Er fliegt unermüdlich, findet selbst im rauesten Klima den Nektar des Lebens.
Diese Richtung steht für Dankbarkeit, Herzenergie und den Mut, trotz aller Prüfungen die Schönheit des Lebens zu sehen.
Erde ist hier das Element, das alles nährt und trägt.
Sie steht für Verwurzelung, Vertrauen und Präsenz im Hier und Jetzt.
Der Kolibri verkörpert den Liebenden, der sich aus dem Herzen heraus verbindet, und den Unschuldigen Archetyp, der das Leben mit staunenden Augen betrachtet.
Er erinnert uns daran, dass Spiritualität keine Flucht nach oben ist – sondern die Fähigkeit, das Göttliche im Irdischen zu erkennen.
So wie der Schamane die vier Himmelsrichtungen ehrt, können wir in der Archetypenarbeit die gleichen Kräfte in uns aktivieren.
Adler, Jaguar, Schlange und Kolibri sind keine Tiere – sie sind Spiegel unseres Bewusstseins.
Sie zeigen uns, dass Schamanismus und Psychologie letztlich dieselbe seelische Landkarte nutzen – nur mit unterschiedlichen Symbolen und Geschichten.
Wie du deine eigene Richtung im Schamanismus findest
Im Schamanismus ordnet man sich keiner starren Kategorie zu – man fühlt, welcher Weg zu einem spricht.
Jeder Mensch trägt alle vier Kräfte in sich, doch eine oder zwei davon wirken meist besonders stark.
Wenn du wissen willst, welche Energie dich führt, beobachte dich:
- Was zieht dich an?
Der Weitblick des Adlers, die Kraft des Jaguars, die Wandlungsenergie der Schlange oder die Leichtigkeit des Kolibris? - Was fehlt dir im Moment?
Oft ruft uns die Richtung, die wir am meisten vermeiden. - Welches Element fühlst du am stärksten?
- Luft (Osten): Du suchst Klarheit, Wissen, neue Perspektiven.
- Feuer (Süden): Du brennst für Veränderung und willst mutig handeln.
- Wasser (Westen): Du tauchst tief ein in Emotionen, Kreativität und Heilung.
- Erde (Norden): Du sehnst dich nach Ruhe, Vertrauen und Verwurzelung.
Du kannst dich in Meditation, beim Schreiben oder in der Natur fragen:
„Welche Richtung ruft mich gerade?“
Und du wirst es spüren – nicht im Kopf, sondern im Körper.
Manchmal zeigt es sich als Farbe, als Tier, als Gefühl oder einfach als inneres Wissen.
Diese Energie ändert sich mit deinen Lebensphasen.
Der Punkt ist nicht, eine Richtung zu wählen, sondern das Gleichgewicht zwischen allen vieren zu finden – so wie im Rad des Lebens.
Wenn du beginnst, dich mit deinen Kräften zu verbinden, öffnet sich die Tür zu deinen Archetypen – und du erkennst, dass Schamanismus und Psychologie letztlich denselben Pfad beschreiben: den Weg zurück zu dir selbst.
Archetypen als Brücke zwischen Welten
Schamanismus und Psychologie scheinen auf den ersten Blick weit voneinander entfernt zu sein.
Der eine spricht von Seelenreisen und Krafttieren, die andere von der Macht der Symbole und Archetypen.
Doch in Wahrheit beschreiben beide dasselbe: den Weg zur inneren Ganzheit.
Alte Rituale können wir heute psychologisch lesen.
Wenn der Schamane trommelt, betritt er keine fremde Welt, sondern eine tiefere Bewusstseinsebene – genau dort, wo unsere Archetypen leben.
Die Trommel verändert den Rhythmus des Gehirns, senkt die Frequenz, öffnet den Zugang zum Unbewussten.
Was früher als „Reise zwischen den Welten“ galt, ist in moderner Sprache ein veränderter Bewusstseinszustand – eine Form von aktiver Imagination, wie sie C. G. Jung selbst nutzte.
Der Schamanismus ist keine Religion.
Er verlangt keinen Glauben, sondern Bewusstheit.
Er erinnert uns daran, dass Heilung entsteht, wenn wir Verantwortung für unsere Energie übernehmen – wenn wir erkennen, dass Licht und Schatten keine Gegensätze, sondern Teile eines Ganzen sind.
Genau das ist es, was Jung die Individuation nannte: der Prozess, in dem wir unsere inneren Anteile kennenlernen, integrieren und zu einer bewussten Einheit werden.
Der Archetyp des Heilers symbolisiert diesen Weg – er heilt nicht durch Technik, sondern durch Präsenz.
Er erkennt: Nur wer sich selbst begegnet, kann anderen den Weg zeigen.
Schamanismus öffnet das Herz.
Psychologie öffnet den Verstand.
Und die Archetypen sind die Brücke dazwischen – sie übersetzen uraltes Wissen in eine Sprache, die wir heute verstehen können.
Archetypenarbeit als Seelenreise
Archetypenarbeit ist in Wahrheit nichts anderes als eine moderne Form der schamanischen Reise.
Nur dass wir heute keine Trommel mehr brauchen, um in veränderte Bewusstseinszustände zu gelangen – wir reisen nach innen, durch Reflexion, Coaching, Meditation oder Visualisierung.
Wenn du mit deinen Archetypen arbeitest, öffnest du innere Räume.
Du begegnest Aspekten deiner Seele, die vielleicht lange geschwiegen haben.
Der Magier erinnert dich an deine schöpferische Kraft.
Der Rebell an deine Freiheit.
Der Liebende an die Verbundenheit, nach der du dich sehnst.
Und der Weise daran, dass du die Antworten längst kennst.
Jeder dieser Archetypen ist ein Tor zu einer inneren Kraft, die uns daran erinnert, wer wir wirklich sind – jenseits von Rollen, Erwartungen und Konzepten.
In der Tiefe geht es nicht darum, neue Methoden zu lernen, sondern uns an altes Wissen zu erinnern.
In der Psychologie nennen wir diesen Prozess Bewusstseinsentwicklung,
im Coaching Transformation,
im Schamanismus Heilung.
Doch im Kern sprechen alle von demselben: dem Rückweg zu dir selbst.
Wenn du Archetypenarbeit mit Bewusstseinsarbeit verbindest, entsteht Magie.
Du begreifst, dass Spiritualität nichts Abgehobenes ist – sie ist das bewusste Erleben deiner eigenen Energie im Alltag.
Sie zeigt sich in deinen Entscheidungen, deiner Haltung, in deiner Art, die Welt zu sehen.
So wird Archetypenarbeit zu einer gelebten Seelenreise – kein theoretisches Konzept, sondern eine Erfahrung, die dich Schicht für Schicht zu deinem wahren Selbst führt.
„Archetypen und Schamanismus sprechen dieselbe Sprache – die Sprache der Seele.“ Doreen Ullrich
Beide Systeme führen uns dorthin zurück, wo wahre Erkenntnis entsteht:
in die Verbindung mit uns selbst.
Die Schamanen nannten es Heilung.
C. G. Jung nannte es Individuation.
Heute nennen wir es Bewusstsein.
Doch im Kern geht es immer um dasselbe – darum, das Unsichtbare sichtbar zu machen, die inneren Kräfte zu erinnern und das eigene Licht wieder zu spüren.
Archetypenarbeit ist kein theoretisches Modell.
Sie ist ein Weg der Erinnerung – an das, was du längst bist.
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Alles Liebe und bleib inspiriert
Deine Dee