Was hat MÜSSEN mit Erfolg zu tun?

Was hat MÜSSEN mit Erfolg zu tun?

Was hat Müssen mit Erfolg zu tun? Warum stelle ich (mir) diese Frage? Was heißt „Bereitschaft“ und was wissen wir darüber?

Wolfgang Neuss sagte einmal:

„Stellt Euch vor es geht, und keiner kriegt´s hin….“

Diese Aussage spiegelt mit spitzfindiger Ironie unsere nicht selten „banale Alltäglichkeit“ wieder.

Die Gründungsquoten sind gesunken

Obwohl die Gründungsquote im Allgemeinen in Deutschland von 2001-2019 um 50% gesunken ist, sind die Deutschen recht optimistisch, was das Vertrauen in die eigene Gründungskompetenz angeht. Vierundvierzig Prozent der Befragten trauen sich zu, ein Unternehmen zu gründen.

Vielleicht liegt dieser Einstellung ein kulturelles Erbe zu Grunde, vielleicht schlicht die Hoffnung auf eine bessere Zukunft?

MÜSSEN UND HOFFNUNG

Und könnte man diese Hoffnung als eine Entscheidung des MÜSSENS ansehen? Wenn man die augenblickliche Situation ansieht, wäre dies ein Argument und entspringt dem Gedanken: „Not macht erfinderisch?“ Doch die Befragung zum Vertrauen in die Gründungskompetenz war 2015.

Auch in Österreich gibt es viele Entrepreneure. Vor allem sehr junge Leute, die durch Start-ups nicht selten sogar Disruption erzeugen.

Wer von ihnen hat, oder plant etwas (für die Allgemeinheit) Bewegendes erreichen, „können zu müssen“? ☺

Schlechte Laune vom Nachdenken

Aus der Neuroforschung ist bekannt, dass es zur Ermüdung kommt, wenn unser Gehirn immer und immer wieder, mit den den gleichen Inhalten beschäftigt ist.

Somit haben wir im Alltag gar nicht die Ressourcen, um über Neues nachzugrübeln, weil wir dies als Belastung ansehen. Manche empfinden das Nachdenken über sich selbst und die Zukunft sogar als richtig unangenehm. Einige bekommen sogar schlechte Laune vom Nachdenken, und das geht soweit, das körperliche Beschwerden auftreten können.

Wie können wir es also schaffen über etwas Neues, etwas „die Allgemeinheit Bewegendes“ nachzudenken, wenn wir immer in denselben Denkkreisläufen feststecken?

Urlaub vom Denken machen

Meine Lösung klingt heute einfach und dies nicht nur, weil gerade die Zeit reif dafür ist:

Urlaub. Denn Abschalten bewirkt, dass wir aus dem Alltag ausbrechen, uns Ablenken und neue Kräfte sammeln (müssen).

Äh, und was ist mit dem MÜSSEN?

Hier freue ich mich nun auf die Gedanken der „Verfechter“ des MÜSSENS.

Denn ich glaube, es gibt in unserer Welt nicht nur das KÖNNEN, DÜRFEN und SOLLEN sondern auch das MÜSSEN, und dies vor allem dann, wenn wir erfolgreich sein WOLLEN.

Balance ist notwendig

MÜSSEN steht hier gleichsam für die BALANCE in unserer Welt. In einer Welt der Gegensätze, Extreme und Paradoxien. Metaphorisch kann folgender Gedanke gerne einen (An)Reiz zur Diskussion liefern.

Es erzählt dir jemand von seinem Alptraum: Er sieht sich in einer heißen Pfanne mit Fett. Auf deine Frage: „Ob ihm dieser Umstand nicht unangenehm erschiene antwortet er: „Nein, eigentlich nicht, denn es könnte wohl auch schlimmer sein.“ ….

Mit anderen Worten: Wir alle wissen ziemlich genau, was gut für uns wäre, aber wir tun es nicht. Dies gilt vor allem in Fällen, wenn „der Hut brennt“, es also problematisch in unserem Leben ist, es Herausforderungen gibt, denen wir uns stellen sollten, dürfen, können oder (doch) müss(t)en, um eine Verbesserung des Zustandes zu erreichen?

Die trifft (aus meiner subjektiven Sicht) in allen Lebensbereichen zu: Gesundheit, Job, Liebe, wir prokrastinieren, leiden an unheilbarer Aufschieberitis, und sind Weltmeister im Erfinden von Ausreden.

Sicherlich DÜRFEN wir hier auch etwas verändern, und WOLLEN es womöglich auch, aber wir KÖNNEN einfach nicht. Warum ist das so?

Weil wir ja nicht MÜSSEN und uns die FREIHEIT der Entscheidung in einer Zuvielisation des Seins, die Verpflichtung des MÜSSEN auf geheimnisvolle Weise irgendwie entzogen hat…(?)

Mitverantwortung lernen

Du kannst in den Statistiken nachschlagen, wie internationale Konzerne über mangelndes „mitunternehmerisches Denken“ in der Organisation klagen, über mangelnde Mitverantwortung und über den Mangel an Entscheidungsfähigkeit. Dies hat zur Folge, dass die Beraterwelt uns erneut mit frisch frisierten Kursen zur Aktualisierung der Leadership Skills überflutet, um damit hinzukriegen was eben geht.

Aber ginge hier nicht um mehr als das?

Denn alle IN DIE (MIT)VERANTWORTUNG GEHEN MÜSSTEN, weil es damit klappen und man es hinkriegen würde, könnte andererseits bedeuten seine Ressourcen anzugreifen.

ODER liegt es am: „Nichts muss, alles kann“, ein Slogan, der uns in den vergangenen Jahren begleitet hat. Weil eben „Geiz ist geil ist“ (?) Klänge fast logisch.

Den Sinn für Erfolg entwicklen

Also warum sollte ich meine ohnehin mangelhaften Alltags-Ressourcen verbrauchen, wenn ich es schlicht nicht MUSS (?)

Ich sage es dir.

Weil dies die Grundlage der FREIWILLIGEN BEREITSCHAFT für ERFOLG ist.

Weil wir mit diesem MUSS einen fast unheilbaren SINN in uns stiften, der uns motiviert und antreibt, mit und oder entgegen jeder Managementlehre.

Und weil uns Sinn Kraft gibt, und Ressourcen bereitstellt, die die meisten Menschen (in sich) überhaupt (noch) nicht kennen.

Weil dieses INNERE MUSS eine eben gleiche Verpflichtung zur Verantwortung für die Nachwelt in sich trägt, den Wachstum im Sinne des Allgemeinwohlseins voranzutreiben.

Vom Minus ins Plus

In anderen Worten: Wer s/ein Warum kennt, erträgt fast jedes WIE.

Und vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass es z.B. Südamerikanern signifikant gleichgültiger erscheint, ob sie in ihrer angestrebten Selbstständigkeit dann auch außergewöhnlichen Erfolg haben werden. Vielleicht sehen sie nur die Notwendigkeit etwas TUN /BEWEGEN zu MÜSSEN, weil sie nur mit diesem, ihrem Tun eine Veränderung bewirken können.

Ein vom Minus ins Plus. Weil vielleicht auch viele scheinbar kleine Erfolge wertvoller sein können, als wenige große. Es machen uns ja auch viele kleine Erholungsurlaube viel glücklicher, als nur ein großer Jahresurlaub.

Eine Reise in die Kindheit

Abschließend lade ich dich ein, einen kurzen Gedankenurlaub mit mir zu machen.

Reisen wir also einfach kurz zurück in unsere Kindheit.

Dort wollen wir nun alle jene Zeitpunkte besuchen, die uns als Kinder besonders glücklich gemacht haben. Momente, in denen wir Erkenntnisse hatten. Momente in denen wir etwas dazu gelernt haben. Wo wir Fragen gestellt haben, und versucht haben den Dingen in dieser Welt auf den Grund zu gehen.

Warum ist Gras grün? Warum heißt Tisch Tisch, und nicht Stuhl? Warum macht Wolken angucken glücklich? Warum haben Erwachsene immer Recht?

Was hat uns damals angetrieben?

Das DIESE -WELT -VERSTEHEN-WOLLEN und wir dies evolutionär betrachtet irgendwie auch MÜSSEN, sollten.

Es dreht sich um das WARUM

Es waren die WARUMS in unseren Leben. Sie sind es, die uns SINN im Leben geben.

Und über das WIE haben wir dabei wahrscheinlich kaum nachgedacht. Es war auch nicht nötig, wichtig war anzufangen, es zu TUN, denn wir wissen vielleicht intuitiv, dass es dann irgendwie funktioniert.

In dem Sinne. Wir können die Vergangenheit nicht ändern, die Zukunft aber mit Gedanken und unserem Handeln aus der Gegenwart vorantreiben. Weil es die Gegenwart ist, die ständig in Bewegung ist, und uns damit in Bewegung hält.

Was uns bleibt ist immer nur das Heute, und unsere zutiefst willige Bereitschaft für Erfolg.

Und am Ende: Aus meiner Erfahrung reicht ein bloßes „ich würde gern“ als Antreiber für echten Erfolg leider nicht aus.

Erfolg kommt aus der Überzeugung

Und für die „Muss Verfechter“

Es ist natürlich auch wahr, dass der Gedanke etwas zu „müssen“ mit negativen Gefühlen behaftet sein kann. Und, negative Gefühle können unsere Motivation und unseren Erfolg bremsen.

Wir alle wissen aus der Neurobiologie: richtig erfolgreich bin ich, wenn ich das, was ich tue mit Freude und Überzeugung tue (was nicht ausschließt, dass es anstrengend sein kann und sein darf).

Daher schlage ich für die „Muss-Verfechter“ folgende Strategie vor: Erkennen, was sein MUSS, um erfolgreich zu sein, und dann aus dem „ICH MUSS“ ein „ICH WILL“ machen.

Carpe Diem und einen erholsamen Urlaub, selbst wenn nur in deinen Gedanken.

Deine Doreen

Schreibe einen Kommentar